Bloggt, ihr Christen, bloggt! (Teil II) - blog.theoradar
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Bloggt, ihr Christen, bloggt! (Teil II)

Nachdem Fabian letzte Woche im Allgemeinen den Zusammenhang von teilöffentlicher Glaubensreflexion und Bloggen dargestellt hat, möchte ich diese Woche aufzeigen, was aus Sicht der katholischen Kirche für das Bloggen spricht.

Seit 1967 gibt es in der katholischen Kirche einen Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, bei welchem der jeweils aktuelle Papst ein paar Gedanken zur aktuellen Situation der Mediennutzung zum Besten gibt. Anlässlich des 45. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel schrieb Papst Benedikt XVI:

Die digitale Umwelt ist keine parallele oder rein virtuelle Welt, sondern ist Teil der täglichen Lebenswelt vieler Menschen, insbesondere der jüngeren Generation. Die sozialen Netzwerke sind die Frucht menschlicher Interaktion, aber sie geben ihrerseits dem Kommunikationsgeschehen, das Beziehungen schafft, neue Formen. Ein sorgfältiges Verstehen dieser Welt ist daher eine Vorbedingung für eine signifikante Präsenz in ihr.

Damit wird deutlich, dass es keine Trennung in der Aufgabe des Christen zwischen der virtuellen und der realen Welt gibt. Ansprüche, die an einen Christen herangetragen werden gelten folglich für seine ganze Existenz, die eben auch digital präsent ist. Es gilt also zu klären was der Auftrag der Laien, also der nicht geweihten Christen, in der Welt ist.

Nach LG 31 (Dogmatische Konstitution lumen gentium über die Kirche) sind sie Teil der Sendung der ganzen Kirche. Sie sind keine passive Mitläufer, sondern zum aktiven Dienst gerufen. Denn durch die vielfältigen Lebensentwürfe der Laien wird die Frohe Botschaft (Evangelium) erst deutlich. (Würzburgersynode, Laienverkündigung 2.2.2). Dementsprechend sollen Laien in ihrem Umfeld auch mit Wort und Tat verkünden. (Würzburgersynode, Dienste und Ämter 3.1.1).
Wenn das digitale Leben genauso Teil des eigenen Lebens ist wie das nicht-digitale, so ist es eine Aufgabe auch dort von seinem Glauben zu reden. Ein Laie der bloggt erfüllt damit, aus katholischer Sicht, seinen Teil an der Sendung der Kirche.
In Teil 3 der Reihe geht es in der kommenden Woche um die Fragen: Wie persönlich kann ein christlicher Blog sein? Warum täten Kirchen gut daran die Blogosphäre zu beobachten?

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