Bloggt, ihr Christen, bloggt (Teil III) - blog.theoradar
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Bloggt, ihr Christen, bloggt (Teil III)

[Vorweg: Wie ich bereits im Teil 2 gesagt habe, handelt es sich hier vor allem um die katholische Perspektive. Aus Gründen der Lesbarkeit verzichte ich in diesem Artikel auf die Differenzierung des Begriffs Kirche und Christen in katholische Kirche und Katholiken.]

Letzte Woche habe ich aufgezeigt, dass bloggende Christen Teil der Sendung sind (bzw. sein können). In dieser Woche möchte ich vor allem der Frage nachgehen, inwieweit ein Blog, welches meistens eine unvollständige, subjektive Reflexion darstellt, Teil der Sendung sein kann.

Um darauf eine Antwort geben zu können, lohnt sich ein Blick auf die Theologie Karl Rahners. Dieser stellt in „Hörer des Wortes“ fest, dass jede Wahrnehmung der Realität immer eine subjektive Wahrnehmung ist, da der Mensch nur sinnlich erkennen kann. Folgt man diesem Gedanken Rahners, sind auch die Erkenntnisse über Gott geprägt von persönlicher Erfahrung. Als schriftlicher Ausdruck von Erfahrung und Reflexion der eigenen Gedanken, bieten Blogs zwar keine perfekte dogmatische Abhandlung, aber dafür eine persönliche Perspektive auf Welt, Gott und Kirche.

Nun stellt sich abschließend noch die Frage, ob diese persönliche Perspektive überhaupt relevant ist für die Kirche oder nicht viel eher „Verbloggung zur Verblödung“ führt (zu diesem Statement hat sich Kardinal Marx hinreißen lassen).

Gaudium et Spes, die Pastoralkonstitution der katholischen Kirche, hat darauf eine ziemlich eindeutige Antwort:

Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände.

Zusammengefasst heißt das: Die persönliche Perspektive der Gläubigen ist der oberste pastorale Auftrag der Kirche. Und als solches hat das Wahrnehmen dieser Perspektiven hohe Relevanz. Blogs sind Seismographen für die Gedanken, Erfahrungen und Meinung von Christen, welche diese freiwillig publizieren. Eine Beobachtung der Blogosphäre (z.B. durch Tools wie Theoradar) kann der Kirche dabei helfen, Ihrem eigenen Auftrag gerecht zu werden.

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