Einer flog ins Wespennest: Themen im September - blog.theoradar
Blogosphäre

Einer flog ins Wespennest: Themen im September

Es ist geschafft: Der erste Monat, in dem Theoradar christliche Blogs beobachtet, ist vorbei. In vielen Gesprächen – naturgemäß vor allem im digitalen Raum – wurde thematisiert, dass die bloße Resonanz von Artikeln in sozialen Medien, wie sie Theoradar ausliest, noch keinen Rückschluss auf deren Qualität zulässt (auch Philipp Greifenstein spricht das in seinem Beitrag für diesen Blog an). Um das aufzufangen, gibt es dieses Meta-Blog, in dem wir regelmäßig die Themen aufgreifen, die nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Freilich: Völlig subjektiv, ausgewählt, vielleicht auch mit dem ein oder anderen polemischen Seitenhieb. Ein Blogbeitrag eben. Soll ja nicht langweilig werden. Ergänzungen gerne in den Kommentaren!

Hier ist er also, der erste Monatsrückblick: Themen der Blogosphäre im September.

Marsch für das Leben – oder: mit dem Hintern auf’s Wespennest

Warum nur in ein Wespennest stechen, wenn man sich auf draufsetzen kann? Angefangen hat alles mit einem – zugegebenermaßen etwas polemischen – Artikel gegen den Marsch für das Leben auf Theopop („Drei Gründe gegen den Marsch für das Leben“, Monatscharts Platz 3). Man munkelt, der Autor steht nach wie vor inhaltlich zu dem, was er geschrieben hat. Das Wespennest – in diesem Fall vor allem die katholische Ecke der  Blogosphäre – verteidigte ihre Königin (nennen wir sie mal #MfdL) mit allen verfügbaren Mitteln. Zwar auch in angemessenem Ton mit sachlichen Argumenten, doch war das leider eher die Ausnahme. Den meisten Gegenwind bekam der katholische Bloggerkollege Tobias, der den ursprünglichen Beitrag via Facebook zustimmend teilte.

Es zeigte sich, dass der Theoradar funktioniert: In Nullkommanichts war ersichtlich, dass dieser Beitrag einen Nerv getroffen hatte, eine Woche lang stand er an der Spitze der Wochencharts. Andere – fast ausschließlich katholische Blogger – veröffentlichten Erwiderungen, manche klug (Jobo72, vgl auch hier, Monatscharts: Platz 26), manche voller empörter (teils haltloser) Vorwürfe, („Katholisch ohne Furcht und Tadel“, Monatscharts: nicht platziert), wieder andere nach der zweiten Tafel Schokolade (eigene Aussage der Autorin) schlicht substanzlos in einem Clickbait-Anfall verfasst (The Cathwalk, Monatscharts Platz 7).

Evangelischerseits zeichnete sich die Diskussion vor allem durch eines aus: Schweigen. Ein Artikel über die Abtreibungsdebatte insgesamt bei theologiestudierende.de (Monatscharts Platz 40) – damit war die Sache erledigt. Dafür fasst dieser Beitrag von Max Melzer auch das Fazit dieses Schlagabtausches in der Blogosphäre ganz gut zusammen: Die Abtreibungsdebatte ist kaputt, auch wenn es einige wirklich gute und sachliche Diskussionen gegeben hat.

7 Vorurteile wegen Cathwalk

Schon nach einem Monat zeigt sich das Boulevardmedium der christlichen Blogosphäre: Der Cathwalk. Clickbait, Listicles, reißerische Überschriften – man könnte meinen, man sei bei einer Art Retro-Focus-Online gelandet: Seriös anmutender Rahmen, doch am Ende geht es vor allem um Klicks.

Stellvertretend dafür sei die Reihe „7 Vorurteile gegen …“ genannt. Vier dieser Artikel schafften es in die Monatscharts: „… den Zölibat“ (Platz 2), „gegen die Abschaffung des Pflichtzölibats“ (Platz 4. Vgl. zu diesen Themen auch den Platz 5 der Monatscharts, das Cathwalk-Interview über katholische Sexualmoral), „… gegen Hausfrauen“ (Platz 6), „… gegen berufstätige Mütter“ (Platz 9). Es ist schon bezeichnend, dass diese Reihe offenbar von anonymen Autoren verfasst wird. Wenn man sich die Texte durchliest, findet man aber schnell heraus, warum.

…und sonst so?

Dass auch substanzvolle Artikel gut ankommen, beweisen im September die Blog-Feuilletonisten von feinschwarz.net. Sie liefern gleich zwei Top-Themen. Mit großem Abstand auf Platz eins schaffte es die Auseinandersetzung mit dem Hype um Eric Flügges Buch „Die Kirche verreckt an ihrer Sprache“. Fazit: Die Kirche „verreckt“ nicht an ihrer Sprache, sie hat ein Relevanzproblem.

Zudem hat sich Jan Loffeld das Projekt „Valerie und der Priester“ vorgeknöpft. Der wirklich lesenswerte Beitrag schaffte es auf Platz 8 der Monatscharts. Er nimmt sich das Format fair und kritisch vor und schlägt Weiterentwicklungen bzw. Verbesserungen vor. So etwas liest man gerne! Übrigens: Ein Feinschwarz-Artikel zu diesem Thema hat es vor dem offiziellen Theoradar-Start in der Probephase im August bereits in die Topliste geschafft („Stell dir vor du hast ein Date und jeder schaut zu“, August-Charts Platz 6). Als kleine Anmerkung sei gesagt, dass Theoradar das Blog „Valerie und der Priester“ derzeit noch nicht ausliest – es gibt da Schwierigkeiten mit dem RSS-Feed. Wir arbeiten dran. 

Für ordentlich Gesprächsstoff hat der Besuch der bekannten christlichen Bloggerin Mandy bei den beiden Podcastern Jay und Goofy von HossaTalk gesorgt: Der gekreuzsiegt-Artikel zum Talk schaffte es auf Platz 22 der Monatscharts, der Podcast selbst beendete den Monat auf Platz 49. In dem Gespräch geht es um Lebenslügen und den Umgang damit – Mandys Ehrlichkeit ist erfrischend und absolut hörenswert.

Zu guter Letzt war auch das Emergente Forum 2016 Gesprächsthema in der Blogosphäre. Tobias Faix hat die Konferenz auf seinem Blog verarbeitet – sein Beitrag landete auf Platz 16 der Monatscharts. Das Thema streute aber noch weiter: Der aktuelle Hossa-Talk beschäftigt sich damit, auch Arne Bachmann zieht auf „Zwischenraum“ sein persönliches Fazit (Monatscharts: nicht platziert).

2 Kommentare

  1. Admiral

    Dem Autor fehlt offensichtlich beim Lesen fremder Blogs jener „Vorschuß an Sympathie, ohne den es kein Verstehen gibt“.

    Keine gute Werbung für eure Platform.

    1. Lieber Admiral,
      Sie wollen sicherlich Ihr Anliegen noch mit Zitaten (also welche aus dem Beitrag) etwas konkretisieren, oder?
      So ist es leider nicht ganz nachvollziehbar.

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