Theoleaks: Lachen über den Christenzirkus - blog.theoradar

Theoleaks: Lachen über den Christenzirkus

TheoLeaks – das ist die Enthüllungsplattform der frommen Szene. Die Theoradar-Charts zeigen: Die Art und Weise, mit der sich das Satire-Blog Themen der christlichen Welt widmet, kommt gut an. Gleich zwei Meldungen rangieren derzeit in den TopTen der Wochencharts: „Parzany steht nach Käßmann-Absage als Bundespräsident zur Verfügung“ und die Herrnhuter Brüdergemeine, die die Losungen nun in „Bibel-Bingo“ umbenennen wollen. Natürlich: Alles frei erfunden. TheoLeaks ist auf Erfolgskurs – und deshalb genau richtig, um unsere neue Reihe „Schau mal, wer da bloggt“ zu eröffnen. Hinter TheoLeaks steckt ein Team von zwei Bloggern. Nicht einmal durch knallharte Recherche, Wegelagerung und durchstöbern der BND-Datenbank konnten wir beide Namen herausfinden. Was wir aber geschafft haben: Den beiden Jungs ein paar Fragen zu stellen.

Theoradar: Aus welchem (frei-)kirchlichen Kontext kommt ihr?
TheoLeaks: Die Antwort auf diese Frage wäre für das, was wir machen, nicht zielführend. Wir erlauben uns einen breiten Blick auf die christliche Szene. Das funktioniert nach unserem Empfinden nur, wenn TheoLeaks als Portal eine neutrale Haltung einnimmt. Daher präsentieren wir uns auch selbst nicht als Autoren auf der Seite. Und mit dem Affen repräsentiert uns ganz bewusst nach außen ein Symbol.

Seit wann gibt es TheoLeaks?
Die konkrete Arbeit an den ersten Artikelideen, dem visuellen Erscheinungsbild und der Website begann im März. Ende Juni sind wir dann online gegangen und haben die ersten Artikel rausgehauen. Seitdem schalten wir mindestens einen Artikel pro Woche und posten dazu noch einigen Quatsch auf Facebook.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Die Frage, wieso es eigentlich keine christliche Satire gibt, begleitet uns seit über einem Jahr. Wir sind gut befreundet und spinnen bei ’nem Kaffee in unseren Küchen ständig irgendwelche Ideen, die wir meistens eh nie umsetzen. Hier sollte es endlich mal anders laufen. Wir haben gemeinsam das Konzept ausgearbeitet und dann ging die Reise los.

Gibt es ein Ziel, das ihr mit eurer Seite verfolgt?
Wir wollen das nicht zu hoch hängen. Es ist erstmal ein Projekt und primär geht es darum, die Themen der christlichen Welt zu spiegeln und Spaß zu haben. Wenn wir dabei gemeinsam mit unseren Lesern mal herzlich über uns und unseren Christenzirkus lachen können, wäre das toll. Wenn es dazu anregt, die Unterschiede der Denominationen besser auszuhalten, weil wir merken, dass wir alle ein bisschen crazy sind, umso besser! Wenn wir dann auch noch dazu beitragen könnten, die Schützengraben der innerkirchlichen Kämpfe vielleicht mit Humor etwas zuzuschütten, wäre das phantastisch.

Warum wählt ihr den – doch etwas ungewöhnlichen – Weg der Satire?
Satire erlaubt es, schwierige Themen anzusprechen und Botschaften zu verstecken ohne dabei eine Deutung aufzudrängen. Das empfinden wir reizvoll und befreiend zugleich.

Gibt es „Tabus“ bei euren Beiträgen?
Auch wenn wir schon ein paar fromme Persönlichkeiten aufs Korn genommen haben, ist es uns extrem wichtig, es so aufzuziehen, dass die Person das selbst auch witzig finden kann. Also keine Beleidigungen und so weiter. Und bei stark polarisierenden Themen versuchen wir noch bewusster, unsere persönliche Haltung und somit eine Bewertung rauszuhalten. Ansonsten sind wir noch sehr am experimentieren. Was klar ist: Wir wollen niemanden was Böses!

Was motiviert euch, regelmäßig neue Beiträge zu verfassen?

Wir haben mit TheoLeaks eine Plattform gefunden, auf der wir den ganzen Quatsch, den wir ständig im Kopf haben, auch mal los werden. Es macht einfach irre Spaß und irgendwie haben wir auch ständig neue Ideen.

Was fasziniert euch am Bloggen?
Es ist alles noch neu und ein kleines Abenteuer. Besonders spannend ist das direkte Feedback, das wir zum Beispiel über die Kommentare auf dem Blog und auf unserer Facebook-Seite erhalten. 

Gibt es Dinge, die ihr euch von christlichen Bloggern (mehr) wünscht?
Hm, Dinge, die herausfordern, hinterfragen. Gerne auch kontrovers und quergedacht. Lieber sich mal kurz verirren als immer stehen zu bleiben. Das tut uns, so glauben wir, gut: Gemeinsam in Bewegung bleiben …

Vielen Dank – und viel Erfolg weiterhin!

4 Kommentare

  1. Heinz Peters

    natürlich gibt es christliche Satire. Gibt genug englischsprachige christliche Satireblogs, deren Konzept ihr einfach abgeschaut habt.

    1. Ist das ein Problem? bzw. Was ist das Problem daran, ein Konzept zu adaptieren, das einem zusagt? Zumal die christliche Landschaft in Übersee mit der hiesigen nur wenig gemeinsam hat. Und genau das hat hier doch gefehlt: gute christliche Satire für den deutschsprachigen Bereich.

    2. TheoLeaks

      Hallo Heinz Peters, die Aussage im Interview bezog sich auf den deutschsprachigen Raum. Das war vielleicht nicht deutlich genug formuliert. Den englischsprachigen Raum haben wir tatsächlich gar nicht durchforscht. Von Babylon Bee, auf die du sicher z.B. anspielst, haben wir erst durch einen Leser nach ein paar Wochen TheoLeaks erfahren. Und auch jetzt beachten wir die offen gestanden gar nicht, weil wir weiter unser Ding durchziehen wollen …

      1. TheoLeaks

        … aber natürlich gibt es Sachen, die uns geprägt haben. Postillon, heute show, usw.

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